Wichtige Verhaltensregeln für Patienten mit Hämophilie
Alle üblichen Impfungen einschließlich Hepatitis A und B sollten durchgeführt werden.
Injektionen sollten ausschließlich subkutan oder intravenös vorgenommen werden.
Hämophilie-Patienten sollten immer einen Notfallausweis mit sich führen. In diesem sollten vermerkt sein: Genaue Diagnose, Schweregrad, evtl. vorhandene Hemmkörper.
In den Hämophilieausweis müssen darüber hinaus die Telefonnummer des zuständigen Hämophilie-Zentrums (24 h erreichbar) und Dosierungsanweisungen für die Notfallversorgung aufgeführt werden. Außerdem ist es sinnvoll, das nächstgelegene Faktordepot zu erwähnen, das 24 h erreichbar ist. Der Notfallausweis muss regelmäßig vom behandelnden Arzt auf Aktualität und Richtigkeit überprüft werden .
Acetylsalicylsäurehaltige Medikamente sollten vermieden werden. Neben den ASS-haltigen Medikamenten dürfen auch andere Medikamente, die die Plättchenfunktion behindern, nicht gegeben werden, bzw. nur nach Anweisung durch einen hämophilieerfahrenen Arzt. Dazu gehören z.B. nichtsteroidale Antirheumatika, Antikoagulantien wie Vitamin K-Antagonisten, Hirudin, Heparine und Heparinoide sowie andere Thrombozytenaggregationshemmer wie GPIIb/IIIa-Antagonisten.
aus: M. von Depka, K. Kurnik: Hämophilie - ein interaktives Lehrbuch; Georg Thieme Verlag 2001 1/1
